Natur und Vogeschutzgruppe Geiss-Nidda
Letzte Änderung: 
11.05.2016 
12.41 Uhr  

Schützenswertes Terrain

Die Geiß-Niddaer Natur- und Vogelschutzgruppe übernimmt die Betreuung des Natura-2000 Gebietes auf dem "Dretsch". Einige Mitglieder trafen sich dort bereits zu einem Arbeitseinsatz.

Natur- und Vogelschutzgruppe Geiß-Nidda übernimmt Betreuung des Natura-2000-Gebietes.

Im Westen von Geiss-Nidda liegt ein ganz besonderes Gebiet, ein Basaltmagerrasen am Rand der Wetterauer Trockeninsel.  Ein solches Gebiet kommt in Deutschland nur selten vor. Deshalb wurde es im Jahr 2008 als besonders schützenswert vom Land Hessen an die EU-Kommission gemeldet und als Flora-Fauna-Habitat- Schutzgebiet (FFH) ausgezeichnet. Hier wachsen seltene Pflanzen wie Kartäuser- und Büschelnelke, Mauerpfeffer und Fetthennen und als große Seltenheit auch der „Zweifelhafte Grannenhafer“. All diese Pflanzen stehen in Deutschland unter Naturschutz, für den Grannenhafer hat der Wetteraukreis eine besondere Verantwortung übernommen, da er nur noch an sehr wenigen Stellen in Deutschland zu finden ist. Entsprechend dieser Pflanzengemeinschaft und dem submediterranen Klima findet sich hier auch eine spezielle Insektengemeinschaft ein. So entdeckt der aufmerksame Beobachter im Sommer und Herbst viele Wärme liebende Schmetterlingsarten wie den Schachbrettfalter, den Schwalbenschwanz, den Malvendickkopf, den Hauhechelbläuling und den Kurzschwänzigen Bläuling. Auch so seltene Insekten wie die Sandhummel, die Hottentotten-Schwebfliege und die Hornissenraubfliege wurden bereits beobachtet. Entsprechend diesem Insektenvorkommen finden auch bestimmte Vögel hier ihren Lebensraum. Zurück aus den Überwinterungsgebieten im Südlichen Afrika stellen sich Neuntöter, Gartenrotschwänze und Dorngrasmücken im Frühling ein und suchen nach geeigneten Nistplätzen. Ganzjährig zu beobachten sind Goldammern, Mäusebussard und Turmfalke. Auch die Rotmilane nutzen den Platz gern, um auf ihrem Frühjahrszug hier einige Tage Rast einzulegen.

In den letzten Jahren nahm die Verbuschung auf den offenen Magerrasenflächen stark zu und engte den Lebensraum der seltenen Pflanzengemeinschaften zusehends ein.

Durch die Übernahme der Betreuung der Schutzflächen durch die „Natur- und Vogelschutzgruppe Geiß-Nidda“ konnte in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde des Wetteraukreises und der Stadt Nidda ein wichtiger Erfolg beim Erhalt der Schutzfläche erreicht werden. Am letzten Samstag gab es einen großen Arbeitseinsatz von 10 ehrenamtlichen Naturschützern, die die Magerrasenfläche von Büschen befreite, die Schwarzdornhecken zurück schnitten, Bäume fällten, die nicht in dieses Gebiet gehören, und so die Fläche für die schützenswerten Pflanzen erheblich vergrößern konnten. Glücklicherweise spielte das Wetter mit, so dass alle Arbeit bei Sonnenschein und klarem Himmel durchgeführt werden konnten.

Zum Abschluss der Arbeiten wurden Schilder aufgestellt, die allen künftigen Besuchern und Spaziergängern verdeutlichen, dass es sich um ein besonders schutzwürdiges Gebiet handelt. Hiermit ist die Hoffnung verbunden, dass in Zukunft keine illegalen Müllablagerungen mehr vorgenommen werden wie sie leider immer wieder in der freien Landschaft vorkommen.

Die Entwicklung der Pflanzen- und Tierwelt in diesem Gebiet wird in Zukunft regelmäßig beobachtet und dokumentiert, in der Hoffnung, dass der Bestand an schützenswerten Arten nicht nur erhalten, sondern vergrößert werden kann und Geiß-Nidda ein wichtiges Schutzgebiet bewahren kann.

Im Sommer werden Führungen für Naturinteressierte in das Gebiet angeboten.

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Arbeitseinsatz Magerrasen Dretsch