Natur und Vogeschutzgruppe Geiss-Nidda
Letzte Änderung: 
25.01.2020 
12.39 Uhr  

Vogel des Jahres 2020

Die Turteltaube

Lateinischer Name: (Streptopelia turtur)

Von jeher spielten Tauben in unserem Leben eine bedeutende Rolle, wie Überlieferungen aus dem frühesten Altertum und der christlichen Religionsgeschichte belegen. So haben schon die alten Griechen und Römer Tauben gezüchtet. Auch im Alten Testament findet die Taube als Glücksbote und Hoffnungsbringer Erwähnung.

Im christlichen Altertum diente die Taube als figürliche Darstellung des Heiligen Geistes. Sie ist bei vielen Völkern ein Symbol der Seele und wird oft als Engel des Friedens oder der Liebe beschrieben. Im katholischen Glauben gelten Taubenpärchen als Sinnbild der ehelichen Liebe und Treue. Frisch Getraute erhoffen sich daher eine glückliche Ehe, wenn sie nach der Hochzeit Tauben aufsteigen lassen.

Insbesondere die Turteltaube gilt überregional als Symbol großer, andauernder Liebe. Vom kosenden Verhalten dieser Tauben rührt der Ausdruck „turteln wie die Täubchen“ her, der den Umgang von Verliebten miteinander beschreibt.

Botentaube

Seit Jahrtausenden nutzen Menschen das Heimfinde-Vermögen von Tauben. Bereits 2600 vor Christus stationierten sie Botentauben an Wachtürmen. So unterhielt die Schweizer Armee noch bis vor wenigen Jahren eine Brieftaubeneinheit. Erst langsam verdrängte die neue Kommunikationstechnik die Tauben.

Die Turteltaube ist die einzige Langstreckenzieherin unter den Taubenarten Mitteleuropas. Europaweit ist ihr Bestand
in wenigen Jahrzehnten eingebrochen. Gründe dafür sind vor allem die intensive Landwirtschaft, aber auch die Jagd auf sie
im Mittelmeerraum.

Häufig wurden Turteltauben wegen ihres schönen Gefieders gehalten oder dem Volksglauben, dass sie die Krankheiten
der Menschen an sich ziehen würden und diese daraufhin gesunden. „Turteltäubchen“ ist ein gebräuchliches Kosewort für
Verliebte. Während die Turteltaube Anfang des 20. Jahrhunderts noch Bestandszuwächse verzeichnete und sich sogar weiter
ausbreitete, ging sie seit den 1980er Jahren in Großbritannien und Frankreich um mehr als 50 Prozent zurück, in
Deutschland in diesem Ausmaß seit zwanzig Jahren. Die vorher ungefährdete Turteltaube ist heute eine der am stärksten
von Bestandsrückgängen betroffenen Vogelarten Europas und übersprang 2015 auch auf der weltweiten Roten Liste die
Vorwarnstufe und landete direkt in der Kategorie „gefährdet“. Die Gründe dafür sind vielfältig und manche davon noch
nicht ausreichend untersucht.

Unsere kleinste heimische Taube steht für Glück, Liebe und Frieden. Doch leider ist sie auch stark bedroht. Durch
intensive Landwirtschaft gehen ihre Lebensräume verloren und in vielen Ländern wird sie noch bejagt.

Obwohl die Turteltaube auf der globalen Roten Liste steht, darf sie in zehn EU-Ländern nach wie vor gejagt werden.
So werden jedes Jahr etwa zwei Millionen Tiere geschossen. Setzen Sie sich jetzt für ein EU-weites Jagdverbot ein
und unterzeichnen Sie unsere Petition.

Mit ihren 26 bis 28 cm Körperlänge ist die Turteltaube kaum größer als eine Amsel. Männchen und Weibchen unterscheiden
sich äußerlich nicht. Die Flügelspannweite beträgt 47-53 cm und die Vögel sind 100 bis 180 Gramm leicht. Die geschlossenen
Flügeldecken sind schwarz gefleckt auf rostgelbem Grund und der Kopf ist grau. Am Übergang zur rosafarbenen Brust zeigen
sich vier markante schwarze Streifen auf einem weißen Halsfleck. Der aufgefächerte dunkle Schwanz zeigte im Flug einen
breiten weißen Rand. Die Turteltaube ist recht scheu und hält sich meist in Bäumen auf. Ihre Nahrung sucht sie fast immer
am Boden, auch gern in Gruppen mit anderen Tauben. Sie fliegt sehr wendig und bei ihren Balzflügen lässt sie die Flügel
klatschen. Auf dem Zug fliegt sie fast immer in der Nacht.

 

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