Natur und Vogeschutzgruppe Geiss-Nidda
Letzte Änderung: 
16.03.2019 
12.56 Uhr  

Jahreshauptversammlung 2019

Bürgermeister Hans-Peter Seum (re.) zeichnete den engagierten Naturschützer Wolfgang Weigand mit dem Landesehrenbrief aus. Erste Gratulantin war die Vereinsvorsitzende Karin Seum.

Gründung einer Jugendgruppe

 

Mit dem Naturschutz geht es aufwärts, das zeigte die seit Jahren bestbesuchte Jahreshauptversammlung der NVSG Geiss-Nidda am Freitag, den 08. März 2019 im Gemeindesaal Geiss-Nidda. Das betonte auch Niddas Bürgermeister Hans-Peter Seum, der eigens gekommen war, um einen besonderen Naturschützer mit der Ehrenurkunde des Landes Hessen auszuzeichnen. Wolfgang Weigand ist seit der Gründung des Vereins 1972 nicht nur an verschiedenen Positionen im Vorstand tätig gewesen, er ist auch unermüdlich im Einsatz, wenn es um den Schutz der Landschaft und der Lebewesen geht. Gleich, ob es sich um die Pflege der Streuobstwiesen handelt, den Amphibienschutz oder das Ausbringen der Nistkästen, auf Wolfgang Weigand kann sich der Naturschutz in Geiss-Nidda stets verlassen.

Referent des Abends war Hanns-Jürgen Roland, Ornithologe und Naturfotograf aus Reichelsheim, der die Anwesenden mit einem sehr informativen und abwechslungsreichen Vortrag über das „Bingenheimer Ried“ erfreute. Dieses Naturschutzgebiet ist eines der wichtigsten Rast- und Brutgebiete für Vögel in Hessen. Seit Jahrhunderten greift der Mensch in dieses Auengebiet ein und gestaltet es um. So wurde im 19. Jahrhundert ein Eisenbahndamm hindurch gebaut, die Horloff wurde aus ihrem ursprünglichen Bett geholt und zwangsweise kanalisiert. Unzählige Gräben wurden angelegt, um das Gebiet zu entwässern, doch seit 1984 steht es unter Naturschutz und dient der Arterhaltung von Pflanzen, Insekten, Vögeln und Säugetieren. Mit interessanten und traumhaft schönen Bildern führte Roland die Zuschauer durch das Gebiet, das zu allen Jahreszeiten einen Besuch wert ist. Er wies aber auch auf die aktuellen Probleme mit dem Pflanzensterben im Ried hin. Im Bereich des Wasserzulaufes aus dem Pfaffensee sterben Rohrkolben, Schilf und Schwertlilien großflächig ab, was zur Bedrohung seltener Brutvögel führt. Obwohl es viele Hinweise gibt, die auf die Qualität des Wassers aus dem Pfaffensee hinweisen, sind die Ursachen des Pflanzensterbens bis heute nicht geklärt. Wenn man bedenkt, dass Hobbyornithologen manchmal aus ganz Deutschland anreisen, wenn eine Seltenheit im Ried gelandet ist, dann haben die Geiss-Niddaer Naturfreunde es gut. Das Gebiet liegt ca. 15 km entfernt in südwestlicher Richtung und ist gut zu erreichen. Das Angebot von H.-J. Roland, im Frühjahr eine Exkursion der NVSG Geiss-Nidda durch das Gebiet zu führen, wird sicherlich von vielen dankbar angenommen.

Die Vorsitzende des Vereins, Karin Seum, gab in ihrem Rechenschaftsbericht einen umfänglichen Überblick über die vielfältigen Aktivitäten der Vereinsmitglieder im vergangenen Jahr. Besondere Bedeutung kam hier der Pflege des FFH-Gebietes „Basaltmagerrasen“ mit seinen seltenen Pflanzen zu, genauso wie der Renaturierung der Rohrwiesenteiche und der Teilnahme am Schutzprojekt der Naturschutzbehörde Wetterau für den Gartenrotschwanz. Da auch die Finanzen des Vereins in ordnungsgemäßem und gutem Zustand sind, stand einer Entlastung des Vorstandes nichts im Wege. Zukunftsweisend für den Naturschutz in Geiss-Nidda ist die Bekanntgabe der Gründung einer Kindergruppe für Kinder zwischen 5 und 12 Jahren. Verantwortliche Ansprechpartnerin ist Kerstin Hardt, die auch das Konzept für den Nachwuchs erläuterte. Im Rahmen von vier Gruppenveranstaltungen werden die Kinder die Natur in der Gemarkung Geiss-Nidda entdecken. Hierzu gehören Streuobstwiesen, genauso wie der Wald, die Wildblumenwiese und das Keltern von Äpfeln.

 

 

Birgit Wichelmann-Werth

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