Natur und Vogeschutzgruppe Geiss-Nidda
Letzte Änderung: 
25.03.2017 
12.55 Uhr  

Hilfe für den Gartenrotschwanz

Dominic Grauer hängt die speziellen Nistkästen für den Gartenrotschwanz in den Bäumen auf. Die Natur- + Vogelschutzgruppe Geiss-Nidda will die Belegung und die Bruterfolge dokumentieren.

Pflege: Naturschützer hängen spezielle Nistkästen auf.

 

 

Der Gartenrotschwanz hat in Hessen in den vergangenen zehn Jahren stark an Bestand verloren. Er ist ein Brutvogel der Streuobstwiesen, der als Langstreckenzieher in Afrika überwintert und Mitte April wieder bei uns eintrifft. Gemäß der Roten Liste der Brutvögel in Hessen (2014) gibt es noch zwischen 2500 und 4500 Brutpaare. Es steht zu befürchten, dass diese Zahl nochmals halbiert wird, wenn Naturschützer nicht Entscheidendes unternehmen. Der Wetteraukreis hat eine besondere Verantwortung für den Schutz dieses schönen und wertvollen Singvogels, weil mehr als 50% des Weltbestandes in Deutschland, insbesondere Hessen, brüten. Deshalb unterstützt die Untere Naturschutzbehörde des Wetteraukreises die örtlichen Naturschutzgruppen mit geeigneten Nistkästen.

Die Natur- und Vogelschutzgruppe Geiss-Nidda hat sich den Erhalt des Gartenrotschwanzes in der Gemarkung für die Zukunft auf die Tagesordnung gesetzt und am 17. März 2017  in Gemeinschaftsarbeit Nistkästen, die speziell auf die Bedürfnisse des Vogels mit der roten Brust und schwarzen Kappe zugeschnitten sind, in den Streuobstbeständen aufgehängt. Neben speziellen Nistkästen, die für die Vögel geeignet sind, ist die Auswahl der Bäume ebenso wichtig wie das Nahrungsangebot für die fütternden Brutpaare. Hier kommt es darauf an, dass die Vögel insektenreiche Wiesen vorfinden, die beweidet oder regelmäßig gemäht werden. Sie jagen über Flächen mit niedrigem Bewuchs, die nicht mit Insektiziden behandelt wurden. Ohne Futter gibt es keinen Nachwuchs.

Die Gemarkung Geiss-Nidda zeichnet sich dadurch aus, dass die für die Landschaft typischen Streuobstwiesen weitgehend noch genutzt werden. Es gibt nicht nur alte Apfel-, Kirsch- und Pflaumenbäume, die im Herbst abgeerntet werden, auch junge Obstbäume werden nachgepflanzt. Die Flächen unter den Bäumen werden regelmäßig gemäht oder beweidet und sie werden nicht gedüngt, so dass eine Vielzahl an Pflanzen gedeihen kann. Im Frühjahr verwandelt sich die Gemarkung Geiss-Nidda in ein blühendes Obstbaum-Paradies, das hoffentlich nicht nur viele Spaziergänger, sondern auch viele Gartenrotschwänze anzieht, die ihre neuen „Häuschen“ beziehen können. Die Natur- und Vogelschutzgruppe Geiss-Nidda wird die Belegung und die Bruterfolge dokumentieren und an die Naturschutzbehörde des Wetteraukreises weiterleiten. Dort ist man gespannt, ob  die Anstrengungen in Form von Bruterfolgen belohnt werden.

Birgit Wichelmann-Werth

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